Was Minimalismus für mich bedeutet

Was ist Minimalismus?” - Das Bild einer fast komplett leeren Wohnung (bis auf ein Bett, Tisch und Stuhl) erscheinen in deinem Kopf, wenn du diese Frage für dich beantworten möchtest? 

Minimalismus wird als eine Form des Lebensstils bezeichnet. Die Arten einen minimalisten Lebensstil auszuleben sind sehr breit gefächert. Sie reichen von bewussten Überlegungen vor dem Kaufentscheid, über radikales Ausmisten und Entrümpeln bis hin zu Leben aus dem Koffer, weil der gesamte eigene Besitz nun endlich in das kleine Viereck passt. 

Gerade weil es scheinbar so viele Optionen gibt, Minimalismus zu definieren und in den eigenen Alltag zu integrieren, möchte ich meine Gedanken zu diesem Thema teilen. 

Was brauche ich wirklich zum Leben?

Eine grosse Frage: Was brauchen wir wirklich im Leben? Ein bisschen erschreckend und es klingt so, als müsse man sich auf etwas festlegen. Keine Sorge, die Antwort darauf kann und darf sich jederzeit ändern. Denn eigentlich finde ich die Überlegungen, die zu den Antworten führen, spannend.

Also, gehen wir die Frage langsam an. Was sind die absolut wichtigsten Dinge, die du zum Leben brauchst? Für mich sind es Folgende:

  • Ein Zuhause, in dem ich mich wohl fühle 
  • Familie und Freunde
  • Genügend Einkommen, um meinen Lebensunterhalt sicher zu gewährleisten
  • Laptop und Handy (für die Arbeit, Musik und um die Lieben erreichen zu können)
  • Meine Lieblingskleidung
  • Kaffee (nicht zu vernachlässigen)

Mit einem Dach über dem Kopf, meinem sozialen Umfeld und genügend Einkommen, um mir das Leben zu finanzieren, kann ich definitiv leben. Um arbeiten zu können, benötige ich einen Laptop und ein Handy, Letzteres auch, um meine Lieben zu erreichen und Musik zu hören.

Abhängig vom gewohnten Lebensstandard und was du individuell benötigst, um deinen Alltag leben zu können, variiert diese Liste natürlich. Meine Frage an dich: wie sähe denn deine Liste aus? 

Solche Gedankengänge und auch eine konkrete Liste zu schreiben (über Kaffee als absolutes Minimum könnten wir dann streiten) liessen mich bewusst werden, dass ich alles, was ich wirklich brauche, schon besitze. 

Warum verbinde ich diese Gedanken mit Minimalismus? Nun ja, abgesehen davon, dass es ums Wesentliche geht, finde ich auch, dass Minimalismus etwas sehr persönliches ist. Jeder definiert das Minimum anders. Wie erwähnt spielen Lebensstandard, eigene Definition von Glück und Lebensumstände grosse Rollen. Es ist auch in Ordnung, wenn deine Liste länger, kürzer oder detaillierter ist.

Ich persönlich finde, dass die Überlegungen, die dahinter stecken wichtig sind und genau das verbinde ich mit einem minimalistischem, bewussten Mindset. Dieses Bewusstsein hilft mir bei alltäglichen Kaufentscheidungen, vom regulären Einkauf im Supermarkt bis hin zur Anschaffung von neuen Möbeln. Denn ich weiss, dass ich alles was ich wirklich brauche bereits besitze.


Tipp: du hast Mühe, diese Frage zu beantworten? Versuche es zuerst mit der Anti-Frage “Was brauche ich nicht zwingend, um zu Leben?”. 


Kaufst du dir nie “Unnötiges”?

Natürlich kaufe ich mir auch nicht-essentielle Dinge - weil sie mir Freude bringen. :) Ein Beispiel wäre da für mich gelegentlich ein neues Slow Fashion Kleidungsstück, ein neues Bild für Zuhause oder ein Buch, bei dem mir der Einband so extrem gut gefällt, ich aber nicht sicher bin, ob ich es dann auch lesen werde… 

Grundsätzlich versuche ich Impulskäufe aber zu vermeiden und komme immer wieder zum Gedanken zurück, dass ich nichts wirklich brauche. In meinen Augen geht es hier nicht um Perfektion oder extremes Einhalten einer selbst auferlegten Regel. Ich versuche bewusst zu entscheiden, was in mein Leben und meine Wohnung kommt, was seinen Platz verdient und mir lange Nutzen oder Freude schenkt.

Genauso kann man dieses Mindset übrigens auch auf Menschen und persönliche Beziehungen ausweiten - Tut gut! :)